KaffeeNews

aktualisiert: 19. Juni 2026

Wer macht eigentlich die Kaffeepreise?

Wir nehmen Sie mit auf eine Reise nach Kolumbien, in die Trockenaufbereitungsanlage in Neiva.

Der Rohkaffee wurde von Kleinbauern rund um Pitalito hier angeliefert. Die Kaffeefarmen liegen eingebettet zwischen den Gebirgszügen der Zentral- und Ostkordilleren der Anden.

Wir tauchen ein in das Leben von Pablo Herrera.

Pablo lebt mit seiner Familie auf einer drei Hektar großen Kaffeefarm. Jeden Morgen steht er mit Sonnenaufgang auf, zieht seine Stiefel an und geht aufs Feld. Die feuchte Luft liegt auf seiner Haut. Mit einer Hacke gräbt er Pflanzlöcher für neue Setzlinge. Der dunkle Humus klebt an seinen Händen und sammelt sich unter den Fingernägeln.

Zwischen Mensch und Natur besteht hier eine unmittelbare Verbindung. Kaffee ist die wirtschaftliche Grundlage seiner Familie. Eine wirkliche, legale Alternativen zu dieser hochwertigen Agrarkultur gibt es dort kaum.

Pablo kennt die Preisschwankungen des Kaffeemarktes. Gleichzeitig weiß er aber auch, dass die aktuellen Preise außergewöhnlich attraktiv sind. Für ihn und für viele seiner Nachbarn ist die Entscheidung daher vollkommen logisch: Mehr Kaffeebäume bedeuten künftig mehr Kaffee. Mehr Kaffee bedeutet mehr Einkommen.

Doch die Kaffeepreise werden nicht in Kolumbien gemacht, nicht in Peru, nicht in Guatemala.

Kleinbauern wie Pablo haben in der Regel kaum eine Verhandlungsmacht. Die eigentliche Preisbildung findet tausende Kilometer entfernt statt – weit weg von den lehmigen Berghängen der Anden.

Damit stoßen wir schnell auf einen der wichtigsten Preistreiber im Kaffeemarkt: die internationalen Kaffee-Terminbörsen.
Arabica wird überwiegend in New York gehandelt. Robusta in London. Dort treffen zwei große Marktteilnehmer aufeinander. Zum einen die kommerzielle Gruppe, wie zum Beispiel die NeumannGroup, Louis Dreyfus, Nestlé, Nespresso oder Starbucks und die Gruppe der Spekulanten.

Die kommerziellen Akteure nehmen 45% des Marktes ein, während die Spekulanten den Markt zu 55% beherrschen.

Damit dominieren sie seit rund zwanzig Jahren die Preisbildung im Kaffeemarkt. Dieses enorme Kapital löst starke und teilweise abrupte Preisbewegungen aus.

Während Pablo Herrera seinen Arbeitstag beendet, analysieren Händler und Algorithmen in New York, London, Chicago oder Singapur die Inflation, geopolitische Konflikte, Rohstoffzyklen, Wetterrisiken und Logistikengpässe. Damit können sie die Preise in die eine oder andere Richtung verschieben.

Pablo sitzt vielleicht gerade vor seinem Haus. Die Stiefel sind voller Schlamm, die Hände gezeichnet von der Arbeit. Vor ihm steht eine Tasse frisch gerösteter Kaffee. Vielleicht die beste Tasse, die man überhaupt trinken kann, mit Blick auf die Berge, mitten in der Natur.

All die Händler und Finanzexperten dieser Welt werden eine solche Tasse in ihren Hochhausbüros vermutlich nie genießen. Und dennoch haben sie einen enormen Einfluss auf Pablos Leben, vermutlich mehr als ihm lieb sein kann, da er von hohen Kaffeepreisen zu wenig profitiert. 

Indonesien

  • In Indonesien bleibt das Wetter vielerorts nass. Besonders auf Sumatra erschweren anhaltende Niederschläge die Trocknung sowohl der sogenannten Fly Crop als auch der Robusta-Ernte.

  • Gleichzeitig stimmen die starken Blühereignisse zu Beginn des Jahres optimistisch für die kommende Haupt-Arabica-Ernte, deren Beginn für September/Oktober erwartet wird.

  • Die Erntearbeiten laufen derzeit auf Java und beginnen zunehmend auch in Sulawesi und auf Bali.

Uganda

  • Die Wetterbedingungen haben sich zuletzt verbessert. Für die kommende Woche werden mehr trockene Tage erwartet, auch wenn weiterhin Niederschläge möglich bleiben.

  • Die Arabica-Ernte in der West-Nile-Region ist inzwischen abgeschlossen, während die Fly-Crop-Ernte in den östlichen Regionen weiterhin läuft. Verfügbare Mengen bleiben begrenzt und werden zu entsprechend hohen Preisen angeboten.

  • Im Robusta-Bereich haben die Ernteaktivitäten inzwischen in Masaka und den westlichen Regionen begonnen.

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Mittelamerika

  • Auch wenn die Regenzeit in Mittelamerika erfahrungsgemäß bald zu Ende gehen sollte, sagen die Prognosen weiterhin Regen und Gewitter voraus, die der Region helfen, sich von der Trockenheit im Monat Mai zu erholen.

  • In den niedrig gelegenen Gebieten der gesamten Zentralamerikanischen-Region haben die Erntearbeiten begonnen.

  • In Honduras wird am 1. Oktober der Nationale Kaffeetag gefeiert, der den offiziellen Beginn der neuen Ernte markiert. Nach Angaben des Nationalen Kaffeeinstituts (IHCAFE) sind die Kaffeeexporte für die Saison 2024/2025 im Vergleich zum vorangegangenen Zeitraum um 14,5 % gestiegen. Es bestehen jedoch weiterhin Bedenken hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf die Exporte aufgrund der EU-Verordnung zur Entwaldung, die bis Ende des Jahres in Kraft treten könnte.

  • In El Salvador hat die Erntesaison ebenfalls offiziell begonnen. Allerdings wächst die Besorgnis über das starke Auftreten von Kaffeeblattrost und Kaffeekirschenbohrer, das durch die hohe Luftfeuchtigkeit in der Regenzeit noch verstärkt wird.

  • Auf dem Feld der Logistik gibt es keine wesentlichen Neuerungen.